Italienische Anzüge Marken

Die italienische Anzugmarke

Achte auf italienische Anzüge. Neapel hat die besten Schneider für Anzüge. Der Ciro Paone, das Grauhaar klar von der Vorderseite abgekämmt, eine dicker Hornglasbrille auf der Vorderseite, ein makelloser grauer Flanellreiher mit zweireihiger Brust und breiten Reversen am Korpus. Im gebürtigen Neapel Paones ist der Terminus Padrinom oft genug für Männer reserviert, die in den Geschäftsfeldern Morde, Medikamente, Glücksspiel, Erpressung in den Bereichen Justiz und Inneres Erfolg haben - aber nicht, wie er, mit qualitativ hochstehenden Herrenkostümen.

Paone's mehr als 700 Angestellte haben ihren Sitz in Neapel und kennen sie alle, von der NÃ??herin bis zum Chef. Natürlich frisch vom Markt, und schließlich begrüßt Paone seinen Enkel, CEO Antonio De Matteis. Aber wenn man in Neapel leben will, muss man ein genialer Mensch in interpersonellen Beziehungen sein.

"Das " paradiesische, von bösen Geistern bewohnte ", so formulierte Goethes die Bedeutung der Stadtseele am Ende des achtzehnten Jhd. zusammen. Naples steht auf einem hohlen Untergrund. Es ist für Schneider gemacht. Es gibt kaum einen persönlicheren Charakter als einen Schutzanzug, der seiner eigenen anatomischen Struktur entspricht, kaum jemand kennt seine Kundschaft so gut wie dieser Beruf; Schneider dürfen ihre Kundschaft selbst berühr.

Kein Wunder also, dass Kitons Antonio De Matteis beim Betreten der großen Fertigungshalle am Rande der Großstadt immer von der Einzigartigkeit seiner Erzeugnisse erzählt. Beinahe nebenbei bedient er das Scherenmonster, indem er seine Blicke hinter der dichten Gläser zu Spalten zusammenzwickt: "Ich darf nicht denken, sonst werde ich nervös", sagt der 41-Jährige, dessen Väter bereits Schneider waren.

Auf diese Weise werden jedes Jahr mehr als 20000 Anzüge hergestellt. Während in London eine Konstruktion mit steifen Leineneinlagen und Polstern entsteht, die den Mann im wahrsten Sinne des Wortes ausstattet, kreist in Neapel alles um Leichtigkeit und Nachgiebigkeit. Wer Weihnachtsfeier auf der Terasse feiert, benötigt keine Rüstungen, so einfach ist das: "Der britische Kostüm traegt seinen Inhaber, der Inhaber traegt den Anzug", sagt man in Seoul.

Zu den beträchtlichen Preisen - ab 5000 EUR geht es nach oben - hätte man Kitons Anzüge gehört - zu wenig inneres Leben. Maria Giovanna Paone, die Tocher des Stifters, ist für sie da. Der Name der Ortschaft stammt von den Päonen und steht in jeder Ecke des Welten. Jeder in Neapel achtet darauf. Man kann jedoch sagen, dass diese Maschine noch nie ein Schneider im herkömmlichen Sinne war.

Der Kitonanzug kommt zum Verbraucher, mit einem Schneider kommt der Verbraucher zum Anzuge. Mariano Rubinacci zum Beispiel bestimmt den Unterscheid zwischen Kleidung und dem, was sein Zuhause ausmacht. Rubinacci ist der bekannteste Schneider der Hansestadt - und das wahrscheinlich seit der Gründung des Studios durch Martinios Vaters Gennaro im Jahr 1932. Vielleicht, weil Gennaro kein Schneider war, sondern der Nachwuchs einer Familienangehörigen aus dem Seidenhandel.

Neapel war Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Bezug auf Genuss, Verfall und Genuss in keiner Weise unterlegen gegenüber Paris oder London; zahlreiche Clubs, Salons und rund 400 Schneider sind Beweis genug. Gennaro Rubinacci, oder "Bebe", wie sie ihn nannten, war unter den Reichtumreichen der vornehmste. Seine Firma London House wurde von ihm getauft, immer nach dem Ort der Sehnsucht.

Jedenfalls die Ortsansässigen, die Fremden bei Bedarf mit ihrer Jacht über das Wasser - und wo immer sie waren, haben sie gerne 100 Anzüge bestellt. Fünfzig für den Frühling und fünfzig für den Frühling, denn bei Rubinacci haben sie beides gemeistert: die helle, nur halbfeste Jacke für den Sonnenuntergang und das schwere Gewand für die kühlen Tage.

Nach dem unerwarteten Tod von Gennaro Rubinacci im Jahr 1961 verließ er Mariano ein erfolgreiches Jahr. Heutzutage befindet sich der lichtdurchflutete Laden mit der darüber liegenden Werkstätte in einem Palast im Stadtzentrum, ganz in der NÃ??he der groÃ?en Hotelanlagen mit Meeressehen. Die Sitte, das Label mit den rückseitigen Schriftzügen "LH" für das London House zu nähen, geht auf die Zeit von Gennaro zurück.

Das Gesicht von Mariano Rubinacci erhält jedoch einen leicht brütenden Touch hinter der Rundglocke, wenn er an seine Ursprünge blickt. Es ist nicht ganz der Padrinotyp wie Ciro Paone, aber man sieht, dass er sich schon als Jüngling Achtung erkämpfen musste: Er war gerade 18 Jahre jung, als sein Familienvater verstarb.

Der Schneider spürte die Möglichkeit, unter den Handanzügen aus dem Studio billiger zu sein und das Preis-Leistungs-Verhältnis für sich zu bewahren. Der Mariano Rubinacci musste rasch vorgehen. Das, was er tat, sagt viel über ihn aus: Er entschied sich, zuerst London zu besuchen, die Heimatstadt, die sein Familienvater nicht kenn. Nach seiner Ankunft in London hat Rubinacci viel Tradition in der Reihe der Wilden und den Klang der neuen Ära in Soho entdeckt.

Seitdem hat er das Ensemble immer wieder umgestaltet, bis es zu einem Symbol für den Lichtanzug aus Neapel wurde. "Sie müssen verstehen, dass es ein Geschäftsfeld ist, in dem es keine Vollkommenheit gibt und in dem die Zeit keine wichtige Funktion hat", sagt Mariano Rubinacci vor dem großen Spiegelbild in der Garderobe.

Der Auftraggeber holt nur einen Fräsmantel von 1937, er möchte das Exemplar restauriert haben. Der Rubinacci geht mit ruhiger Gesangsstimme weiter, dass er nicht beurteilen kann, wie viel Mühe ein Schutzanzug macht. Der Kopfschneider von Mariano Rubinacci bezeichnet seinen Kopfschneider sicherlich nicht ohne Grund als "Folterer". Ab 2500 EUR sind die auch im Studio hergestellten Anzüge für ein halbes Exemplar nach Mass erhältlich.

Das hätte Bé Rubinacci gefall. Angesichts der beachtlichen Kosten seines Betriebes sagte er einmal, dass niemand viel für eine gute Kleidung aufwenden muss. Möglicherweise haben sie alle genug für Kiton oder Rubinacci - selbst ein Etikett wie Cesare Attolini könnte hier erwähnt werden.

Aber wenn es um gerechte Tarife geht, ist er konkurrenzlos: Seine seidenen Krawatten können einen Schnittanzug befahrbar machen - und sie sind rund 100 EUR wert, maßgeschneidert von einer Frau mit der Hand geschneidert. Braucht man einen Doktor oder einen Näher, fragt ihn nur, seine Mitarbeiter meinen, einige sind schon seit Jahren dabei.

Schon über 70, schnurrbärtig und gleich beginnt er: Er will zeigen, wie man einen Schutzanzug ohne Muster in Geschenkpapier baut. Wie bei Rubinacci überrascht der Kundin bei der Wahl eines Stoffes: Die meisten Marken kommen aus England und Schottland. Die italienischen Waren, so Pirozzi, werden vielmehr für die maschinelle Weiterverarbeitung verwebt.

In Neapel gibt es viele Mitarbeiter, die über die Pensionsgrenze hinaus arbeiten. Aber auch in Neapel sind die Schneider nicht mehr auf dem Vormarsch. Die Schneider sind nicht mehr auf dem neuesten Stand. Regisseurin Gianluca Migliarotti zeigt den billigsten Weg zu einem handgefertigten Kleid. So ist die Erzählung eines Photographen und eines Publizisten aus Deutschland, der mit feurigroten Ähren vor dem Spiegelbild einen nach dem anderen anzog, ab diesem Frühjahr garantiert.

Auch wenn man in den Rückspiegel schaut, war deutlich, dass die Schneider in diesem von Demonen bewohnten paradiesischen Umfeld dafür Sorge tragen könnten, dass die Teufel wie Engel dastehen. Ohne sie wäre dieser Laden nur eine Kleinstadt.

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